Familienbrief zum Thema Nachhaltigkeit
veröffentlicht am 30. August 2019

 

Seit etwa einem Jahr gehen Schüler*innen weltweit freitags auf die Straße und plädieren für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ein Thema, was unter anderem durch eben diese Veranstaltungen auch Thema in vielen Familien wurde. Plötzlich achten die Teenager auf Mülltrennung und wiederverwendbare Tragetaschen. Doch ist Umweltschutz auch schon ein Thema für Kita-Kinder?

 

Kleine Kinder gucken sich sehr viel von ihren Eltern und ihrem Umfeld ab. Sei es Verhalten in bestimmten Situationen oder der Umgang mit verschiedenen Dingen. So auch der Umgang mit Müll. Wird zu Hause beispielsweise der Müll nach Papier, Plastik und Pfand getrennt? Achten die Eltern beim Einkauf auf Saison, Regionales und Verpackung? Leben wir in Kita oder Familie in einer Wegwerfgesellschaft oder werden Dinge mehrmals genutzt oder sogar zweckentfremdet wiederverwertet?

 

Im Alltag gibt es viele Situationen, in denen schon die Kleinsten ein Gefühl für den Umgang mit unserer Umwelt bekommen, selbst wenn nicht direkt darüber gesprochen wird. Aber auch für ein Gespräch über Themen wie Nachhaltigkeit sind Kita-Kinder nicht zu jung. Manche Eltern werden erstaunt sein, was Kinder bereits wissen und welche Theorien in ihren Köpfen umherschwirren.

Es gibt viele Kinderbücher, Kinderfilme oder Kinderzeitschriften, die sich dem Thema Umwelt widmen. So gibt es beispielsweise Bücher über die Entstehung von Papier, über den Weg des Stroms – von der Entstehung bis in die Glühlampe, sowie über den Kreislauf des Wassers und den Weg unseres Essens bis auf den Tisch. Tolle Themen und Möglichkeiten, die Kitas als spannende Projekte nutzen können. Beispielsweise kann man mit den Kindern die Stadtwerke besuchen.

 

Aber auch für zu Hause bleiben Gespräche über Umweltschutz nicht ohne Folgen. Folgen, die sich sogar günstig auf das Portemonnaie auswirken können. Da gibt es Themen wie den unterschiedlichen Wasserverbrauch beim Baden oder Duschen, den unnützen Stromverbrauch beim Anlassen von Geräten, welche nicht benutzt werden oder das Anlassen des Lichts in Räumen, die nicht genutzt werden. Mülltrennung und das Sammeln von Pfandflaschen und –dosen könnte das Taschengeld aufbessern. Ab und an mal das Auto stehen lassen und stattdessen das Rad nehmen ist nicht nur gesund, sondern spart auch Sprit (und manchmal Nerven). Auch das Sauberhalten von Straßen und Wegen gehört zum Thema Umweltschutz.

 

In Estland fanden sich erstmals 2008 Bürger zusammen, um für einen halben Tag ihre Umwelt von Müll zu befreien. Daraus entstand eine weltweite Initiative, der „world-clean-up-day“. An einem Tag im Jahr treffen sich weltweit Menschen, um gemeinsam liegengebliebenen Müll in ihrem Umfeld zu sammeln. Hier geht es nicht nur um das Sammeln von Liegengebliebenem, sondern vor allem um das Aufmerksam machen auf den Umgang mit Müll. Auch in diesem Jahr treffen sich am 21.09.2019 Menschen, um aufzuräumen. In Potsdam starten die Aufräumaktionen an diesem Tag um 14 Uhr Auf dem Kiewitt, in der Feuerbachstraße, am Nauener Tor sowie in der Karl-Liebknecht-Straße.

 

Umwelterziehung ist auch gleichzeitig eine Vermittlung von Werten, die man seinem Kind mit auf dem Weg gibt. Wenn jeder nur einen kleinen Schritt Richtung Nachhaltigkeit geht, schaffen wir zusammen eine große Strecke.

 

Buchtipp:
Laibl, Melanie (2018): So ein Mist: Von Müll, Abfall und Co. Tyrolia Verlag.
ISBN: 978-3702236984

Links:
https://wj-potsdam.de/?action=*WCD
https://deutschlandmacht.de/